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Mittwoch, 12. Januar 2011

Wie Sie von HartzIV loskommen. Eine kleine Utopie von hma tornow

Donnerstag, den 6. Januar 2011 um 17:42 Uhr von hma tornow



Möchten Sie schnell viel Geld verdienen, ohne übermäßig Kapital einsetzen zu müssen?
Dann sollten Sie nun schnellstens zu Ihrem zuständigen Gewerbeanmeldeamt gehen und eine Gewerbeanmeldung für die „Private Vermittlung von Arbeit“ beantragen. Das ist ein schnelles Verfahren, kostet zwischen € 15,00 und € 65,00 und erfordert nur Personalausweis, oder Reisepass. Dass die Gewerbeaufsichtsämter dem Finanzamt eine Mitteilung machen, sollten Sie allerdings bedenken, denn das möchten gerne wissen, wer da ein Unternehmen gründet, weil man später von Ihnen auch Steuern haben möchte
Für jeden vermittelten Job erhalten Sie von der Arbeitsagentur, bei der Sie sich zuvor als Vermittler angemeldet hatten, € 1000,00! Na, habe ich Ihnen den Mund wässrig gemacht? - Aber es geht noch weiter, arbeitet Ihr Vermittelter mehr als ein halbes Jahr in seinem neuen Job, dann erhalten Sie weitere € 1500,00. Wäre das nicht toll? Nur zwei Vermittlungen im Monat und… HartzIV, tschüss!
Sie arbeiten natürlich in jedem Bundesland gegen ca. je 1000 gewerbliche und private Vermittler, von denen viele schon seit Jahren den Markt abgrasen. Daher sind die besten Kräfte schon vermittelt und viele Arbeitgeber sind an Spreu nicht sehr interessiert. Sie werden auch einen schweren Stand haben, wenn in Ihrem Ländle Auswüchse, wie diese bekannt geworden sind. Schein-Jobvermittlung: Hartz-Betrüger muss fast sechs Jahre in Haft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
Man könnte sich jedoch die personalintensiven Betriebe seiner Region aussuchen und bei den Verantwortlichen solcher Unternehmen vorstellig werden. Schlagen Sie dem Unternehmer vor, er solle seine sämtlichen Mitarbeiter entlassen und Sie selbst würden diese, mit neuen Zeitarbeitsverträgen, für ihn wieder einstellen; natürlich würden die Entlohnungen geringer ausfallen.

So haben sowohl das Unternehmen, wie auch Sie finanziellen Profit eingefahren. Sollte es sich bei einem Unternehmen um Saisonbetriebe handeln, könnten Sie als Vermittlungsbüro einen hübschen Bürocontainer auf dem jeweiligen Gelände aufstellen und mit einer ebenfalls, diesmal an sich selbst vermittelten Bürokraft, besetzen.
Wie bitte, was meinen Sie? Das sei unmoralisch? Dann sehen Sie doch einmal aus dem Fenster.
Dort unten stehen hunderte von Menschen, die solch ein Angebot, ohne jegliche Skrupel, sofort annehmen würden. Außerdem ist es bei vielen großen Handelsriesen bereits üblich und macht sogar vor den Fernsehen nicht halt!

1 Kommentar:

  1. Keine Chance

    Die Großen haben das schon fest in ihrer Hand. Es existiert ein Oligopol mit fest vernetzten Strukturen!
    Man kommt als Neuling schon deshalb nicht ins Vermittlergeschäft, weil Start, Persona Service und die übrigen dicken Abzock&Co-Unternehmen bereits feste Bündnisse mit Opel, RWE, KiK und Konsorten haben. Man besucht denselben Golfclub, dieselben Partys auf den Yachten der Bosse, dieselben Bordelle auf Spesenrechnung und schüttelt denselben Politikern ihre diversen Körperteile..!
    Jeder Neuling könnte ein verkleideter Wallraff sein, und das birgt die Gefahr, dass die kriminelle Großvereinigung auffliegt.

    Mafia war gestern - heute geht das alles legal. Ermordet wird nur noch mittels § 31 SGB II, wer nicht mitspielen will.

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