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Donnerstag, 11. August 2011

FDP fordert schnellen Hartz IV Absturz

FDP will Arbeitslosengeld kürzen

Die FDP fordert eine Verkürzung der Bezugsdauer für ältere Arbeitslosengeld I Bezieher

Der FDP-Generalsekretär Christian Lindner schlägt vor, das Arbeitslosengeld I für ältere Anspruchsberechtigte zu kürzen. Nach Ansicht des FDP-Politikers solle die Bezugsdauer wieder verkürzt werden, weil sich die Lage am Arbeitsmarkt angeblich entspannt hätte. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt erfordert keine Quasi-Frühverrentungsformen. Ältere Arbeitnehmer werden als Fachkräfte gebraucht", sagte der Politiker.

Die derzeitige Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer die arbeitslos werden, beträgt seit einer Reform der damaligen schwarz-roten Bundesregierung 24 Monate. Die CDU/CSU solle "den Mut haben, auf den Rat der Experten zu hören", sagte Lindnerg egenüber dem Wirtschaftsmagazin "Handelsblatt". Würde die Dauer des Bezuges wieder gekürzt werden, so würden rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden, rechnete das FDP Führungsmitglied vor.



Der Sozialverband VdK Deutschland weist den Vorschlag des FDP-Generalsekretärs Christian Lindner, die Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld I für Ältere zu kürzen, scharf zurück. "Angesichts der anhaltend schlechten Arbeitsmarktsituation für über 50-Jährige würde vielen Betroffenen bei der Verwirklichung des FDP-Plans der rasche Absturz in Hartz IV drohen", erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher. Ulrike Mascher: "Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer sind nach wie vor schlecht"

Mehr als ein Drittel aller Betriebe beschäftigen nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jünger als 50 Jahre alt sind. Nur zehn Prozent der neu eingestellten Arbeitnehmer sind älter als 50 Jahre. Und knapp die Hälfte aller 55-Jährigen ist nicht mehr berufstätig. "Diese Zahlen machen deutlich, dass der FDP-Vorschlag an der Arbeitsmarkt-Wirklichkeit vorbei geht", sagte Mascher.

Auch der Verband Volkssolidarität zeigte sich empört über die Vorschläge der Regierungspartei. So sagte dessen Vorsitzender Prof. Dr. Gunnar Winkler: "Die wieder wachsende Anzahl älterer Arbeitsloser in den neuen Ländern zeigt, dass Herrn Lindners Forderung hier besonders viele Menschen treffen würde. Statt die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld zu kürzen, sollten die Anstrengungen verstärkt werden, auch älteren Arbeitslosen wieder eine akzeptable Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt
zu ermöglichen. Das wäre mehr angebracht als untaugliche Versuche, im Sommerloch Aufmerksamkeit zu gewinnen." (sb, vdk)

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