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Samstag, 4. August 2012

Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,7 Prozent

JobCenter-Odenwald besorgt um Bürger und Bürgerinnen unter 25 Jahren

Im Juni 2012 verzeichnete das KJC insgesamt 112 Neuanträge auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeit Suchende. Damit wurden zum 30. Juni im Jahresdurchschnitt monatlich 105 Neuanträge von den Mitarbeitern des Kommunalen Job-Centers geprüft und entschieden. 2011 waren es im Jahresdurchschnitt noch 91. Trotz steigender Zahlen bei Neuanträgen spiegelt die derzeit geringer werdende Zahl der Fälle eine starke Fluktuation der Leistungsbezieher wider.

Die Arbeitslosenquote des Odenwaldkreises ist im Juli auf 5,7 Prozentpunkte angestiegen. Während die Agentur für Arbeit einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 123 Personen auf eine Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent verzeichnete, ...
konnte die Quote des Kommunalen Job-Centers aufgrund eines Rückgangs von 14 Personen auf 3,9 Prozent reduziert werden. Insgesamt waren im Juli 2.913 Personen im Odenwaldkreis arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist dies eine Steigerung um 109, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch ein Rückgang um 219 Arbeitslose. Im Juli 2011 lag die Arbeitslosenquote noch bei 6,2 Prozent. Sie ist also gegenüber dem vorigen Jahr um mittlerweile 0,5 Prozentpunkte gesunken.

Im Odenwaldkreis sind derzeit 1.491 Frauen arbeitslos gemeldet, was einem Anteil von unverändert 51,2 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vormonat wurde hier ein Anstieg um 54 Personen registriert. Im Juli 2011 waren noch 1.610 Frauen arbeitslos gemeldet - also 119 mehr als jetzt. Damit konnte binnen Jahresfrist bei den Frauen ein stärkerer Rückgang der Arbeitslosigkeit als bei den Männern notiert werden.

Der Rückgang bei der Anzahl von Bedarfsgemeinschaften, die vom Kommunalen Job-Center (KJC) des Odenwaldkreises betreut werden, setzt sich auch in den Sommermonaten fort. Aktuell wurden im Juli insgesamt 2.916 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 5.872 berechtigten Personen betreut. Dies bedeutet im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 50 (berechtigte Personen: 73). Im Vorjahreszeitraum hatte die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften mit 2.820 um insgesamt 96 unter dem jetzigen Wert gelegen, wobei zu jener Zeit noch 5.854 Personen - und damit nur 18 weniger als heute - betreut wurden. Tendenziell sinkt demzufolge die Anzahl der durchschnittlich in den Bedarfsgemeinschaften betreuten Familienmitglieder.

Unverändert steigt die Anzahl der Arbeitslosen im Alter von 50 bis 64 Jahren an - im Juli des laufenden Jahres von 953 auf 980. Das macht einen Anteil von 33,6 Prozent an der Gesamtzahl aus. Die Zahl der Unterbeschäftigten beläuft sich auf 3.346 Personen und ist damit im Vergleich zum Vormonat um 45 angestiegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt nun 87,1 Prozent.

Wie erwartet ist die Zahl der Arbeitslosenzahlen im Juli im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Erbach angewachsen. Mit 930 Personen waren 123 Odenwälder mehr beschäftigungslos gemeldet als im Monat vorher. Die Gründe sind überwiegend saisonal bedingt: Beendigung von Ausbildungsverhältnissen, Ferienzeit, Kündigungstermine zum Quartals- und Halbjahresende am 30. Juni. Bemerkenswert ist, dass erstmals seit mehr als drei Jahren die Zahl der Arbeitslosen höher liegt als im Vergleichsmonat des vorhergehenden Jahres. Waren 2011 im Juli 1 918 Personen arbeitslos gemeldet, so liegt die Zahl im Juli 2012 um zwölf höher. Allerdings blieb die Arbeitslosenzahl weiterhin deutlich unter dem Wert von 2010 (damals 1214).

Erfahrungsgemäß wird die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten Monaten wieder sinken, weil insbesondere Jugendliche nach den Sommerferien eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle oder einen Studienplatz in Aussicht haben.

Das Kommunale Job-Center betreute im Juli 1983 Arbeitslose und damit 231 weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Damit kann für den Rechtskreis der Grundsicherung für Arbeitsuchende – Sozialgesetzbuch (SGB) II – ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahlen gemeldet werden. Der Anteil der Frauen beläuft sich hier auf 1.046 und hat sich im Vergleich zum Vormonat (um drei) kaum geändert, im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 125 verringert.

Intensiven Arbeitseinsatz erfordert nach wie vor die Betreuung der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren. Das Kommunale Job-Center betreut hier 194 arbeitslos gemeldete junge Menschen. Auch wenn sich diese Zahl in den nächsten zwei Monaten aufgrund der Aufnahme von Ausbildungsverhältnissen und des Beginns Berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen wohl reduzieren wird, sprechen die Fachleute von einem sehr zähen und mühseligen Geschäft: Eine wachsende Zahl von Jugendlichen ist nur nach wiederholten Einladungen und unter Inkaufnahme von Pflichtverletzungen mit entsprechenden rechtlichen Folgen zu bewegen, die zum Zweck der Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung vereinbarten Termine wahrzunehmen. Die Vermittlungs-Coaches des KJC beobachten diese Entwicklung schon seit geraumer Zeit mit großer Sorge. Sie berichten über viele gescheiterte Versuche der persönlichen Kontaktaufnahme bis hin zur so genannten aufsuchenden Arbeit in häuslicher Umgebung.


1 Kommentar:

  1. „Es gibt in der Volkswirtschaft keinen Grund, was eine allgemeine Krise und damit Arbeitslose zur Notwendigkeit macht. Es gibt nie eine allgemeine Überproduktion, solange das Geld der Verbraucher bis zum Wochen- oder Monatsende reicht für noch notwendige Käufe. Jeder Verbraucher ist doch, seit eh und je, Teil des Absatzmarktes in seiner Volkswirtschaft, ist doch „Arbeitsplatz“ in der gleichen Größe wie sein Verbrauch, sein „Absatzmarkt“. Aber zwischen „Arbeitsplatz“ (Hände die arbeiten) und den Verbrauch („Absatzmarkt“, Hände die kaufen) hat sich in unsere tausendfältige Arbeitsteilung etwas geschoben, das nur allzu selbstverständlich hingenommen wird – Geld. Studieren wir doch diese uralte Erfindung genauer, zumal in unserem heutigen System. Viele unserer heute so rätselhaften Faktoren werden sich aufhellen, werden immer klarer vor uns liegen.“

    Silvio Gesell (aus „Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung“, 1922)

    Unfreiwillige Arbeitslosigkeit entsteht – wie alle Zivilisationsprobleme – monokausal und zwangsläufig aus einer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung und der daraus resultierenden, systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz. Das die freie Marktwirtschaft immer wieder zerstörende Gegenprinzip des Privatkapitalismus (der so genannte „Kommunismus“ ist nichts anderes als Staatskapitalismus) spaltet die Gesellschaft – von einem Krieg bis zum nächsten und dazwischen mit exponentiell steigender Tendenz – in eine immer reichere Minderheit von Zinsgewinnern und eine immer ärmere Mehrheit von Zinsverlierern. Während die vielen Zinsverlierer zwar mehr und vor allem hochwertigere Konsumgüter nachfragen wollen aber nicht können, weil ihnen dazu die Kaufkraft fehlt, konzentriert sich die Kaufkraft bei den wenigen Zinsgewinnern, die nachfragen können aber nicht wollen, weil ihr Bedarf bereits gedeckt ist (ein Milliardär kann auch nur eine elektrische Zahnbürste benutzen). Die daraus entstehende Nachfragelücke führt in Volkswirtschaften, die nicht länger quantitativ wachsen können (exponentielles Wachstum ist auf Dauer unmöglich) zu Überrationalisierung und Massenarbeitslosigkeit.

    In früheren Zeiten wusste noch niemand, wie die Geld- und Bodenordnung zu gestalten ist, um absolute Gerechtigkeit (gerechte Güterverteilung nach Leistung) durch absolute Marktgerechtigkeit herzustellen. Also wurde der Privatkapitalismus durch eine gezielte Programmierung des kollektiv Unbewussten aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes ausgeblendet, damit das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, überhaupt entstehen konnte. Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte und uns alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen:

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

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