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Dienstag, 25. Dezember 2012

Immer mehr ältere Hartz IV Betroffene

Immer mehr ältere Hartz IV Betroffene:

Zahl der älteren Erwerbslosen über 55 Jahre stark angestiegen

Immer mehr Menschen über dem 55. Lebensjahr sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Laut einer offiziellen Auswertung der Bundesagentur für Arbeit sei die Zahl der älteren Erwerbslosen im Arbeitslosengeld II Bezug in den letzten 24 Monaten um insgesamt 16 Prozent angestiegen. Die Partei „Die Linke“ sagt, die offiziellen Angaben seien sogar noch geschönt

16 Prozent mehr ältere Erwerbslose

Immer mehr Menschen über 55 Jahre finden nach der Entlassung des bisherigen Arbeitgebers keinen Job. Auch nach der Zeit des Arbeitslosengeld I sind die Aussichten für viele Betroffene offenbar schlecht. Im November 2012 waren laut der Bundesagentur für Arbeit rund 291.000 ältere Arbeitslose im ALG II-Leistungsbezug registriert. Das entspricht einem deutlichen Zuwachs im Vergleich 2010 um 40.000 Betroffene (16 Prozent). Auch die Zahl der Erwerbslosen über 55 Lebensjahre insgesamt sei innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent (534.000) angestiegen. Im Vergleich dazu: Die Arbeitslosigkeit alle Bundesdeutschen hat sich im gleichen Zeitraum um „nur“ 1,4 Prozent erhöht.

Angaben sind frisiert

Nach Angaben der Partei „Die Linke“ sind die Angaben geschönt. Das wirkliche Ausmaß wird durch gesetzliche Vorgaben kaschiert, betont Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag. „Etwa 118.000 erwerbslose Hartz IV-Bezieher über dem 58 Lebensjahr werden ganz einfach aus der Statistik verbannt, weil sie vom Jobcenter kein Arbeitsangebot erhalten hätten“. Demnach sei die tatsächliche Zahl bei mindestens 409.000 älteren Hartz IV-Beziehern angelangt, so die Politikerin.

Immer mehr Aufstocker

Neben Erwerbslosen sind zunehmend auch viele Berufstätige auf aufstockende Hartz IV Leistungen angewiesen. Nach Angaben des Bundesarbeitsministerium lag die Zahl der...
Aufstocker im letzten Jahr bei 1,21 Millionen Menschen. Allein im letzten Jahr wurden 10,73 Milliarden Euro Sozialleistungen verwendet, um Hungerlöhne aufzustocken. Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger kritisierte, dass noch immer keine gesetzlichen Mindestlöhne eingeführt wurden. Stattdessen werden Milliarden verpulvert, um Armutslöhne zu subventionieren.

Für die Bundesagentur für Arbeit sind die Zahlen keine große Besonderheit. Schließlich seien „demografische Faktoren“ ursächlich. So sagte eine Sprecherin der BA: „So wie die Belegschaften in den Betrieben altern, so altern auch die Arbeitslosen." Allerdings räumte die Sprecherin auch ein, dass besonders „ältere Erwerbsfähige“ es schwer hätten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Vielfach seien die Chancen schlechter einen neuen Job zu finden.(sb)

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