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Jobcenter Bibliothek

Dienstag, 7. Mai 2013

Die Sanktionierer || Dokumentarfilm, Deutschland, 2011

Originaltitel : Die Vermittler - ZDF.de:

Sie sind die persönlichen Ansprechpartner, die "PAPs", die Fallmanager oder auch Vermittler. Ihr Arbeitsplatz hat Beichtstuhl-Charakter. Täglich sitzen sie Menschen in Notsituationen gegenüber, bearbeiten Existenzprobleme, versuchen zu helfen, zu trösten oder verhängen Sanktionen. Ihre Entscheidungen haben maßgeblich Einfluss auf das Leben ihrer Kunden. Nirgends ist die wachsende Verteilungsspanne innerhalb unserer Gesellschaft so greifbar wie in den Job-Centern, wo die Hartz-IV-Gesetze konkret umgesetzt werden.
Hier treffen die Entscheidungen der großen Politik auf die Menschen. Auch auf die Vermittler, die in ständiger Konfrontation mit den Verlierern des Arbeitsmarktes und ihren menschlichen Krisen den Auftrag haben, eines der umstrittensten Gesetze Deutschlands täglich anzuwenden.
David Fardi (32) ist Arbeitsvermittler im Job-Center Neukölln. Er hat mehrere hundert Kunden. Obwohl er ein unverbesserlicher Optimist ist und jeden motivieren möchte, stößt auch er immer häufiger an seine Grenzen.

Ingo Trippel (33) arbeitet im Job-Center Marzahn-Hellersdorf und ist für Kunden mit "multiplen Vermittlungshemmnissen" zuständig, für Menschen, die z.B. wegen Drogen- oder Alkoholproblemen, psychischer Erkrankungen und ähnlicher "vermittlungsrelevanter Hemmnisse" schwer oder gar nicht in den ersten Arbeitsmarkt gelangen. Er soll sie fit machen für die Vermittlung.

Ines Fricke (49) ist Fachassistentin im Leistungsteam. Sie bewilligt Hartz-IV-Bescheide und berechnet, wie viel Geld einem Kunden zusteht.

Ines und ihre Kollegin Nanette Ummerlee (44) müssen viele Beschwerden von Kunden entgegennehmen, besonders dann, wenn das Geld nicht rechtzeitig gezahlt wurde. Sie sind auch für Notfälle zuständig, bei denen die Kunden dringend bare Mittel brauchen. Beide versinken in Arbeit.

Der Film legt den Fokus auf die Kundengespräche, zeigt den Kampf, individuell auf die Kunden einzugehen, und wie komplex und aufreibend die Arbeit an dieser Sollbruchstelle des deutschen Sozialstaates ist.

Mit:
David Fardi,
Ingo Trippel,
Ines Fricke und
Nanette Ummerlee
07.05.2013 

1 Kommentar:

  1. Lothar Klouten7. Mai 2013 um 11:42

    Jede Bürokratie entwickelt ihre Kultur. Die von denen, die in die Bürokratie integriert sind, für normal und selbstverständlich gehalten wird. Das kann man durchaus als "Traumwelt" bezeichnen. Dazu empfehle ich: Horst Bosetzky u.a. Mensch und Organisation. Aspekte bürokratischer Sozialisation. Stuttgart 2002.6

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